Einbrüche in Deutschland 2015 00.00.0000 00:00

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel gestiegen. Rund 150.000 Delikte zählten die deutschen Hausratversicherer im vergangenen Jahr. Vergleichsweise häufig sind die Opfer während der Tat zu Hause. In rund 20 Prozent der Fälle war ein Bewohner während des Einbruchs anwesend, wie aus dem Einbruch-Report 2015 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Wenn ein Opfer zuhause war, kam es in jedem fünften Fall zu einem direkten Kontakt mit dem Täter – und dann übte wiederum in jedem siebten Fall der Täter Gewalt aus.

tärkere Wirkung als das direkte Aufeinandertreffen hat dagegen die psychologische Wirkung eines Einbruchs. 46,5 Prozent der Betroffenen gaben in der Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Hannover für den GDV an, sich auch ein Jahr nach der Tat noch unsicher in der gewohnten Umgebung zu fühlen.

Jeder vierte äußerte den Wunsch, nach einem Umbruch in eine andere Wohnung zu ziehen. Jeder zehnte zog tatsächlich um.

nsgesamt entstanden der deutschen Versicherungswirtschaft Schäden in Höhe von 490 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Der durchschnittliche Schaden lag mit 3250 Euro auf Vorjahresniveau.

Die Täter werden vorwiegend in den Herbst- und Wintermonaten aktiv. Zwischen Oktober und Januar wird fast die Hälfte aller Einbrüche verzeichnet.

In Mehrfamilienhäusern geht es in 56 Prozent der Fälle durch die Eingangstür. Fenstertüren und normale Fenster sind ebenfalls anfällig, Dach- und Kellerfenster dagegen kaum. In Einfamilienhäusern sind Fenster und Fenstertüren die sensibleren Stellen, über diesen Weg erfolgen 81 Prozent der Einbrüche.

Einbrüche in Deutschland

Obwohl die Einbrecher in der Nacht durch die Dunkelheit und den Schlaf der Opfer geschützt sind, erfolgen nur 15 Prozent der Taten in den Stunden zwischen 22 und 8 Uhr. Die Täter sehen die besten Aussichten, wenn die Opfer bei der Arbeit oder beim Einkauf sind. Von 10 Uhr an steigt die Zahl der Einbrüche erheblich an. Zwischen 12 und 14 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr werden die meisten Einbrüche verzeichnet.

Ist es dann zur Tat gekommen, ändern die Opfer ihr Verhalten deutlich. 71 Prozent behalten langfristig bei, ihre Türen und Fenster besser zu kontrollieren. Immerhin 3 Prozent laden auch Jahre nach der Tat Freunde lieber zu sich nachhause ein, als sie anderswo zu treffen. Innerhalb der ersten acht Wochen nach der Tat gaben dies rund 6 Prozent der Befragten an.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat neue Sicherungen an den Türen angebracht. Jeweils fast jeder Dritte hat sogar außen oder innen Videokameras installiert. Und was noch zum Unsicherheitsgefühl beiträgt: Nur 60 Prozent waren mit den Ermittlungen der Polizei zufrieden.

Quelle: www.faz.net